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Definitionen

Rund um das Thema "Bioethanol und seine Einsatzmöglichkeiten" tauchen immer wieder Fragen auf und verschiedene Begriffe wie beispielsweise Spiritus oder Weingeist stehen im Raum. Be­son­ders häufig werden wir darauf angesprochen, was denn der Unterschied zwischen Ethanol, Bioethanol und Brennspiritus ist.

Aus Sicht des Chemikers gibt es so genannte Stoffklassen. Eine davon ist die der Alkohole (Me­tha­nol, Butanol, Propanol etc. pp.). Ethanol gehört ebenfalls zu dieser Stoffklasse. Um­gangs­sprachlich wird Ethanol gern mit dem Begriff Alkohol gleichgesetzt. Genau genomnmen ist Ethanol jedoch nur einer der Alkohole aus der so bezeichneten Gruppe - nämlich jener Alkohol, der als einziger als Genussmittel verwendbar ist (unter zwingender Berücksichtigung der unter dem Begriff "Vergällung" ausgeführten Einschränkungen). Der Genuss von beispielsweise Metha­nol verursacht - wie viele gewiss schon gehört haben - unserem Organismus nicht unerhebliche Schädigungen.

Ethanol kann entweder durch chemische Synthese aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden oder aus nachwachsendem, organischem Material durch Vergärung entstanden sein. Im ersten Fall spricht man häufig von synthetischem Ethanol. Im Gegensatz dazu wird jenes Ethanol, welches aus pflanzlichem Material gewonnen wird, als Bioethanol bezeichnet.

Die Existenz des Branntweinsteuergesetzes in Deutschland bringt nun weitere Unterscheidungen ins Spiel. Für Ethanol als Genussmittel ist die so genannte Branntweinsteuer abzuführen. Etha­nol hingegen, das anderweitig und nicht als Genussmittel verwendet wird, ist von dieser Abgabe befreit. Um sicherzustellen, dass Ethanol im Sinne des Gesetzes nicht missbräuchlich zum Ein­satz kommt, wird entweder der Weg des Ethanols vom Hersteller bis zum Verbraucher (äußerst kostenintensiv) von den Zollbehörden überwacht oder es ist eine Vergällung bzw. Denatu­rie­rung notwendig. Bei diesem Vorgang macht man das Ethanol bereits im Produktionsbetrieb durch Zugabe bestimmter Chemikalien ungenießbar. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird bis­weilen vergällter Alkohol - fälschlicherweise - als Spiritus bezeichnet.

Spiritus und Weingeist aber zählen zu den genussfähigen Alkoholen und werden als solche vertrieben. Ihr Ethanolanteil liegt zwischen 60 und 90 %, darüber hinaus ist hier nur Wasser enthalten. Das ebenfalls bei der Destillation entstehende Methanol wird entzogen. Diese Alko­hole sind unvergällt, deshalb mit Steuern belegt und verhältnismäßig teuer.

Brennspiritus wiederum ist ein Begriff für Alkohol mit mindestens 94 % Ethanol, welcher durch Vergällungsmittel ungenießbar gemacht wurde. Zudem verzichtet man hier darauf, das Methanol zu entziehen, da Brennspiritus in der Regel als Brennstoff, Frostschutz, Reinigungs- und Löse­­mit­tel eingesetzt wird. Die hier eingesetzten Vergällungsmittel und hinzugefügten Chemikalien verursachen den sowohl der Flüssigkeit entweichenden als auch bei der Verbrennung des Brenn­spiritus entstehenden typischen, oft als sehr unangenehm empfundenen Geruch. Bei Brenn­spiri­tus kann das Herstellungsverfahren die chemische Synthese oder die Vergärung und Destillation natürlicher Rohstoffe sein.

Das reinere, aus pflanzlichen Stoffen hergestellte und speziell vergällte Bioethanol für ab­zugs­freie Kamine ist in den meisten Fällen, wo bisher Brennspiritus eingesetzt wurde, die bessere Lösung. Es hat vor allem den entscheidenden Vorteil, dass es nicht so unangenehm riecht wie Brennspiritus.

Bioethanol kommt erfreulicherweise auch zunehmend als Treibstoff für umgerüstete Verbren­nungs­motoren zum Einsatz, bekannt z.B. als E85. Benzin wird hierbei ein Anteil von 85 % Bio­ethanol beigemischt. Das entlastet die Umwelt und den Geldbeutel. Das Benzin selbst fungiert hier u.a. als Vergällungsmittel: Der Treibstoff ist ungenießbar und somit von der Brannt­wein­steuer befreit. Darüber hinaus enthält im Übrigen auch das "herkömmliche" Benzin gemäß der gesetzlichen Beimischungspflicht (Biokraftstoffquotengesetz) heute bereits einen Anteil an Etha­nol.

Petroleum und Kerosin sind Destillationsprodukte aus Erdöl. Vor allem ihr Brennverhalten ist ein gänzlich anderes als das des Ethanols. Deshalb können Petroleum und Kerosin auf keinen Fall ohne Weiteres durch Ethanol oder Brennspiritus ersetzt werden.